Natürlicher Mückenschutz versus Chemischer Mückenschutz

Mücken, Gelsen, Stanzen, Schnaken, Moskitos… Viele Namen für ein einziges Übel, welches uns die Zeit im Freien gründlich vermiesen kann!

Denn wer von uns kennt das nicht? Gerade im Freien, am See oder auf dem Campingplatz angekommen, in bester Urlaubslaune in den Liegestuhl gesetzt, den Grill angeworfen, die Kinder toben los und schon fallen hungrige Mücken über Euch her. Deren Stiche jucken nicht nur höllisch, Mücken können auch fiese Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel das eigentlich nur in den Tropen vorkommende West-Nil Virus. Eingeschleppt durch infizierte Zugvögel kann dieses Virus dank des Klimawandels nun auch bei uns überwintern und wird von unseren heimischen Stechmücken übertragen. Braucht echt kein Mensch!

Wie kann man sich vor Mücken schützen und Stiche vermeiden?

Zunächst einmal: Mücken einfach aussperren! 

Dafür gibt es unzählige Angebote an Fliegengittern, Verdampfern, Diffusern, elektronischen Mückenfallen und Duftmittelchen. Außerdem hilft es bereits, potentielle Brutstätten wie zum Beispiel Regentonnen, altes Wasser in Vogeltränken oder auch verstopfte Dachrinnen rund um die Wohnung, Haus und im Garten zu vermeiden. Und im heimischen Teich können Goldfische sich um den Mückennachwuchs kümmern. Damit wäre schon einmal die Nachtruhe gesichert, aber im Sommer findet der Spaß im Freien statt:

Also muss ein Schutz auf die Haut, sogenannte Repellentien. Wir unterscheiden hierbei grundsätzlich zwischen Chemischen Repellents und Natürlichen Repellents.

Für beide Hauptgruppen gilt: Nicht jeder Schutz ist auch für Kinder geeignet, außerdem kommt es natürlich auch auf das Mückenaufkommen und die Art der individuellen Freizeitgestaltung an.

Chemische Mückenabwehrmittel

DEET

Der bekannteste Klassiker ist wohl der Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid). Dieser wurde in den USA 1946 durch das Militär zum Einsatz in Kriegsregionen mit hohem Stechmückenaufkommen entwickelt und im Vietnamkrieg ausgiebig getestet.

Wirkt seit 50 Jahren und wer sich in den Tropen oder Malariagebieten auf Dschungelexpedition begibt, sollte in jedem Fall DEET im Survival Gepäck haben. Allerdings birgt DEET nicht unerhebliche Risiken. Zum einen greift der Wirkstoff Plastik, Kunststoffe, Leder und lackierte Flächen an- adieu Nagellack. Aber vor allem kann DEET Hautausschlag, Reizungen und Irritationen wie zum Beispiel ein Taubheitsgefühl auf der Haut hervorrufen.

DEET sollte wirklich nicht dauerhaft angewendet werden und wird weder für Schwangere noch für Kleinkinder empfohlen. Und auch unsere Umwelt reagiert negativ, denn DEET ist bereits in kleinen Dosen sehr gefährlich für Wasserorganismen.

Die Formulierung von DEET ist seit 50 Jahren unverändert- und in Zeiten des Klimawandels irgendwie nicht mehr zeitgemäß.

Icaridin

Chemisch geht es weiter mit Icaridin, auch als Bayrepel, Picaridin oder Saltidin bekannt. 1998 hat die Bayer AG die DEET haltigen Produkte etwas modernisiert den Wirkstoff durch Icaridin ersetzt.

Auch Icaridin wehrt effektiv heimische und tropische Stechmücken, Bremsen, Flöhe, Läuse und auch Zecken ab, jedoch ohne dabei Kunststoffe und Lacke zu zerfressen.  Für unsere Gesundheit ist Icaridin viel verträglicher als der methusalemische DEET Kollege, jedoch kann er bei empfindlicher Haut Allergien auslösen.

Soweit klingt das ziemlich gut- jedoch gibt es einen Haken. Icaridin hat für unser Ökosystem fatale Folgen. Gelangt es in Flüsse oder Seen, führt er bei Amphibienlarven, wie z.B. beim Schwanzlurch, zu schweren Fehlbildungen und zum Tod. Und die Nahrungsgrundlage der Schwanzlurche sind => Mückenlarven!

Natürliche Mückenabwehr

Neemöl

Fangen wir mit dem in vielem Produkten beliebten Neemöl an, das aus den Samen des indischen Niembaumes gewonnen wird. Das grünlich-gelbe bis bräunliche Öl riecht nach Zwiebeln, Knoblauch und Schwefel und wird sehr vielseitig in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Der widerliche Geruch wirkt abwehrend auf Stechmücken und Co.

Geraniol

Geraniol ist eine farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit mit blumigem, rosenartigen Duft und Bestandteil sehr viele ätherischer Öle. Daher wird Geraniol als Allrounderduftstoff häufig in der Kosmetik- und Parfumindustrie eingesetzt.

Aber auch als Mücken- und Zeckenrepellent hat Geraniol dank des intensiven Geruchs Einsatz gefunden. Auf die Haut aufgetragen wirkt es rein äußerlich und wehrt Parasiten ab, indem es deren Duftwahrnehmung und Sensorik stört, so dass diese ein potentielles Opfer nicht wahrnehmen können.

Der blumige Geruch kann jedoch für Duftstoff Allergiker problematisch werden, daher gilt EU- weit für insgesamt 26 Duftstoffe, inklusive Geraniol, eine Kennzeichnungspflicht.

 

PMD (p-Menthan3,8 diol)

Anders verhält es sich bei Citronella-Öl und den daraus raffinierten Produkten Citriodiol® und Citrepel®. Diese wurden in Studien als sehr wirksam (gleichwertig oder besser als DEET) gegen Stechmücken und Zecken getestet und hält die Blutsauger davon ab, den vermeintlichen Wirt zu befallen. Es kommt also im Idealfall überhaupt nicht zum Stich.

Citrepel ist aufgrund des dezenten Geruchs sehr angenehm für Kinder, allerdings können in seltenen Fällen, wie bei Kontakt mit jedem ätherischen Öl, Hautreizungen vorkommen. PMD wird für Kinder ab 2 Jahren empfohlen, für jüngere Kinder gibt es keine Studien.

Ätherische Öle

Und zum Schluss noch ein paar Zeilen zu den unzähligen am Markt verfügbaren ätherischen Ölen, die den gesamten heimischen Kräutergarten abdecken oder mit exotischen Inhaltsstoffen locken. Wir zitieren hier einen Abschnitt aus einem Merkblatt des Auswärtigen Amtes

„Völlig wirkungslos sind Repellent-Armbänder, Vitamin B1 oder B6–Einnahme, Knoblauchkonsum, Lichtfallen, Ultraschallgeräte, Zitronella –Kerzen, Tea tree oil…“ 

Auch sollte man bedenken, dass ätherische Öle nur, weil sie „natürlich“ sind, nicht automatisch gesundheitlich unbedenklich sind! Oft werde solche Öle nicht gut vertragen und können Allergien auslösen. Gerade bei Kindern sollte man hier sehr vorsichtig sein!

Aber was hilft denn nun besser gegen Mücken? Chemie oder Mutter- Natur?

Wir empfehlen=> für den Alltag rein pflanzlichen Schutz für Haut, Umwelt und Gewissen. Und wenn es dann doch einmal in die Tropen geht und der Tropenhut locker sitzt, den Schutz mit Chemie bei akutem Bedarf ergänzend erhöhen!

Was sind die Vorteile einer chemiefreien Mückenabwehr?

Chemie auf die Haut heißt Chemie IN die Haut– gerade bei Babys, die eine erhöhte Atemfrequenz und sehr dünne Haut haben, werden chemische Stoffe besonders stark aufgenommen. Auch bei Kleinkindern ist Chemie einfach problematisch, weil die Folgen nicht wirklich abzusehen sind.

Außerdem sind natürliche Repellents meist nicht schädlich für völlig unbeteiligte Tierarten. Sie wirken nicht toxisch auf Wasserorganismen, also kommen Lurche, Frösche und Co. weiterhin mit gesunden Gliedmaßen zur Welt und sorgen mit Appetit für Eindämmung der Mückenplagen.

Ergo: Ökosystem bleibt ausbalanciert im Gleichgewicht!

Wie effektiv ist natürlicher Mückenschutz?

PMD ist in vielen validierten Studien als mindestens gleich wirksam wie DEET oder Icaridin nachgewiesen worden. Es kommt natürlich auf die Höhe des Wirkstoffgehaltes an- je höher der Anteil an PMD, desto besser ist der Schutz.

Chemiefreie Mittel mit PMD sind also eine echte Alternative zur den herkömmlichen Mitteln und bieten gleichsam Sicherheit und Schutz.

Unsere Produkte