Freigeist mit Plagegeistern- Warum selbst die reinlichste Katze Flöhe mitbringt?

Freigänger Katzen lieben es, auf Streifzügen bei Tag und Nacht ihre Umgebung zu erkunden. Ihre Jagdkünste sind berühmt, und nicht selten beteiligen sie „ihren Menschen“ an der Beute und platzieren stolz einen tote Maus oder einen gerupften Vogel an der Eingangstür.

Viel häufiger jedoch wird die Katze selbst zur Gejagten und wenn sich die Symptome zeigen, ist es meistens zu spät: Flöhe haben sich die Mietze zum Wirt auserkoren!

Allgemeine Informationen zu Flöhen haben wir bereits hier zusammengestellt.

Der Katzenfloh

Wenn Deine Katze Flöhe mit nach Hause bringt, hat es weder etwas mit mangelnder Fellpflege, noch mit der Staubschicht in Deiner Wohnung zu tun. Dazu muss man den Lebenszyklus der Flöhe verstehen. Auf der Katze selbst tummeln sich nur die erwachsenen Flöhe, die sich vom Blut des Wirtes ernähren. Die weiblichen Flöhe benötigen das Blut außerdem zur Eierproduktion.

Katzenflöhe sind die am weitesten verbreiteten Plagegeister. Die Weibchen sind 2-3mm, die Männchen sogar nur 1mm groß. Wenn der Lieblingswirt „Katze“ nicht verfügbar ist, dann springt der Katzenfloh auch gerne auf Hund und Mensch über und sättigt sich dort.

Lebenszyklus eines Flohs: Ei- Larve- Puppe- Floh

An dieser Stelle beginnt alles mit einem Ei, bzw. mit ca. 40 Eiern, die ein erwachsenes Flohweibchen pro Tag legen kann. Die Eier sind mit dem Auge kaum zu erkennen und fallen nach Ablage einfach aus dem Fell des Tieres, meistens dort, wo das Tier sich am häufigsten aufhält. Also dem Schlafplatz, dem Kratzbaum oder der Kuscheldecke auf der Couch.

Nach 1-6 Tagen schlüpfen aus den Eiern die Larven. Praktischerweise ernähren sie sich vom Kot (unverdautes Blut) der erwachsenen Flöhe, der genauso wie die Eier aus dem Fell des flohbefallenen Haustier rieselt. Flohlarven sind lichtempfindlich, sie verbohren sich so tief wie möglich in Teppiche, Bodenritzen und Co. Wenn sie bereit ist für die Verpuppung, spinnt sich die Larve einen Kokon, der nicht nur wasserdicht ist, sondern auch so stark an der Umgebung haftet, dass selbst ein Markenstaubsauger nichts ausrichten kann. In diesem Kokon ist ein Floh bereits nach ca. 8 Tagen bereit zu schlüpfen.

Im Puppenstadium ist der Floh eine Art Schläfer. Er kann bis zu 6 Monaten darin verharren, bis ihm z.B. durch das erhöhte Kohlendioxid aus der Atemluft, Körperwärme oder durch die Erschütterung des Bodens, die Nähe eines potentiellen Wirtes angezeigt wird und den Impuls zum Schlüpfen gibt. Ein frisch geschlüpfter Floh ist sofort bereits zur Wirtssuche und kann bis zu 30cm weit springen.

Und so schließt sich der Kreis. Erwachsene Flohweibchen legen im Durschnitt bis zu 2000 Eiern während der gesamten Lebenszeit (bis zu 100 Tagen), die sie am liebsten non-stop auf dem Wirt verbringen.  

Um den Lebenszyklus mit einer Bauernweisheit zu beenden: "Für jeden Floh, der sich auf dem Tier befindet, gibt es weitere 99 in der Wohnung."

Hygiene und Flöhe

Die sichtbaren Flöhe sind also nur die Spitze des Eisbergs: bis zu 95% der Gesamtlebenszeit sind die Flöhe in ihren Entwicklungsstadien kaum sichtbar. Sie verstecken sich tief in Bodenritzen, verbohren sich in Teppichen, nisten sich im Katzenkorb ein und im Puppenstadium schaffen es nicht einmal Insektizide, den Kokon zu zerstören.

Selbst wenn das Haustier von den Flöhen befreit scheint, kann es nach einigen Wochen erneut Opfer der bis dahin herangereiften Brut werden. Dabei hilft auch Meister Propper nicht weiter.

Nicht jede Katze leidet für den Menschen offensichtlich unter den klassischen Symptomen wie Juckreiz. Bei guten Lebensbedingungen, wie z.B. in der Wohnung, können Flöhe das ganze Jahr aktiv sein und sich somit unbemerkt zu Plage entwickeln, die ohne professionelle Hilfe nicht mehr zu beseitigen ist.

Fazit: Wie immer von uns an dieser Stelle- VORBEUGEN!

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