10 knackige Fakten über Zecken

Um einige der uns am häufigsten gestellten Fragen zu beantworten, im Folgenden eine Zusammenfassung: 

1. Zecken sind Parasiten,

d.h. sie benötigen einen Wirt um sich zu ernähren oder fortzupflanzen. Innerhalb der Biosystematik gehören sie zur Gattung der Spinnentiere (Spinnen haben 8 Beine, Insekten “nur” 6 Beine)

2. Zecken sind extrem anpassungsfähig.

Die ältesten fossilen Zeckenfunde sind 100 Millionen Jahre alt.

3. Zecken sind wechselwarme Tiere,

wie z.B. auch Fische oder Reptilien. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur ist nicht konstant, sondern entspricht immer der Umgebungstemperatur, in der sie leben.
Für die Zecke reichen 7 Grad Celsius aus, um aktiv zu werden und auf Nahrungssuche zu gehen. Dank des Klimawandels und der resultierenden milden Winter haben die Zecken mittlerweile ganzjährig Saison.

4. Über 900 verschiedene Zeckenarten

sind weltweit dokumentiert, 20 davon in Deutschland. Zecken leben überall, wo die Temperaturen moderat sind und die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Als Faustregel kann man sagen- wo sich ihre Wirte aufhalten, tummeln sich die Zecken:
  • im Laubwald, Mischwald und am Waldrand, also dort, wo z.B. Rehe, Hirsche, Nagetiere und Co. auf Nahrungssuche sind
  • in Parks und heimischen Gärten
  • auf Grünflächen mit hohen Gräsern und Büschen
  • in Ufernähe von Seen, Flüssen, Bächen

5. Zecken sind faul

Sie können weder springen, noch klettern sie auf Bäume und lassen sich dann von oben auf ihre Opfer fallen. Heimische Zecken lauern zumeist in Knie bis Hüfthöhe auf einen potentiellen Wirt. Wird eine Zecke von diesem gestreift, krallt sie sich einfach in Fell, Haut oder Bekleidung und macht sich sogleich auf die Suche nach einer gut durchbluteten, dünnhäutigen Stelle zum Stechen. Beim Menschen sind sie besonders oft in den Kniekehlen, im Bauchbereich, Genitalbereich (jepp) oder der Brust zu finden, Hunde werden häufig im Gesicht (unter den Augen), Ohren und dem Bauch befallen. Da die Zecke direkt beim Einstechen mit ihrem Speichel eine Art Betäubungsmittel in die Wunde abgibt, ist der Stich schmerzfrei und die Zecke bleibt zunächst unentdeckt.

6. Zecken sind sehr effizient und verfehlen selten ihr Ziel

Das verdanken sie ihrem sogenannten „Hallerschen Organ“. Dieses befindet sich an den Vorderbeinen und funktioniert als Chemosensor. Mit diesem Sensor erkennt die Zecke bereits ab einer Entfernung von 15m die chemischen Verbindungen in Atem oder Schweiß eines potentiellen Opfers und kann sich somit auf den „Angriff“ vorbereiten. (Vorderbeine hoch, mit den Hinterbeinen festkrallen und… warten)

7. Eine Zecke kann bei einer Blutmahlzeit um das bis zu 200-fache...

ihres Körpergewichts zulegen, das Blut benötigt sie zur Produktion der Eier. Gesättigt kann eine Zecke eine Fastenzeit von einem Jahr ohne Probleme überstehen. Eine Mutterzecke legt bis zu 4000 Nachkommen in einem kompakten Ei- Gelege ab.

8. Zecken sind nach Stechmücken die größten Überträger gefährlicher Krankheiten auf Mensch und Hund

Einige Krankheitserreger wie z.B. das FSME Virus, können direkt über den Speichel übertragen werden. Andere wiederum, wie die Borrelia- Bakterien (Auslöser der Borreliose), gelangen über den Darm der Zecke in den Kreislauf des Wirtes. Das dauert einige Stunden, daher ist es wichtig Zecken immer sofort fachgemäß zu entfernen, um das Risiko einer Übertragung zu minimieren. Aktuelle Studien belegen zudem, dass die mit Krankheitserregern infizierten Zecken noch aktiver und widerstandsfähiger als die nicht infizierten Zecken sind.

9. Zecken sind quasi unkaputtbare Überlebenskünstler

Sie überleben im Gefrierfach, im Wasser (ja, auch in Deiner Toilette), in der Waschmaschine und in Höhen bis 1500m. Daher ist es wichtig, die Zecken korrekt zu entfernen und zu entsorgen. Wir empfehlen, die Zecke in einem verschlossenen Gefäß mit mind. 40% Alkohol „einzulegen“. Andere Quellen befürworten das Verbrennen der Zecken. Vom Zerdrücken der gefüllten Parasiten raten wir ab, denn es besteht die Gefahr, die eventuell im Körper vorhandenen Eibrut großzügig zu verteilen

10. Zum Abschluss: Vermeidung ist die beste Strategie!

Zecken sind wie bereits beschrieben quasi überall. Aber wenn man einige Hinweise beachtet, kann das Risiko, tatsächlich gestochen zu werden, zumindest gemindert werden: 

  • Vor jedem Spaziergang Zeckenabwehrschutz/ Repellents auftragen: Haut, Fell und ggf. auf die Bekleidung
  • Nicht direkt nach Regenschauern spazieren gehen, Zecken lieben Feuchtigkeit
  • Aufenthalt in hohem Gras oder Unterholz vermeiden
  • Rasen mähen und das Laub fachgerecht entsorgen (kein Komposthaufen)
  • Menschen sollten geschlossene Kleidung tragen (Socken über die Hosenbeine stülpen)
  • Hunde, nach Möglichkeit, nicht durch dichtes Unterholz, Wiesen mit Büschen oder verrottendem Laub toben lassen
  • Nach dem Spaziergang unbedingt gründlich absuchen. Helle Bekleidung erleichtert die Suche und Zecken können häufig abgesammelt werden, bevor es zum Stich kommt.
  • Bei Hunden: das Fell kämmen und mit den Fingern die Haut abtasten, vor allem in den Ohren, unter den Pfoten und im Gesicht und am Bauch.
Und, ganz aktuell, die Zeckenwarnung des Deutschen Roten Kreuz:

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